Spaziergang

Kunstperformance Claudia und Barbara, Biel 29.8.2019

Claudia Kühne / Barbara Kiener, Robert Walser-Skulptur von Thomas Hirschhorn, Biel

 

Die erste und spontane Zusammenarbeit von Barbara Kiener und Claudia Kühne – sie besprachen sich eine Woche vor der Performance telefonisch und trafen sich kurz vor der Performance.

Der Aufbau sowie die vertrauensvoll intuitive Zusammenarbeit waren dem Publikum ein Geheimnis.

Claudia Kühne:

Für ihre Performance zu Walsers letzten Spaziergängen, der Einsamkeit und „Krankheit“ der letzten Jahre sowie der Umgang mit Zeit hinsichtlich einer „Vertonung“ stellt sich Claudia Kühne folgende Themen:

. Zeit im Zeitlosen – Zeitgefühl versus Unendlichkeit. Mut zur Pause. Mut zum Stillstand.

. Zeit in Schleifen – Erinnerungen. Mut zum Loop. Auch von unangenehmem. Auch von schönem.

. Zeit und Atem – Atem und Stress. Sich selbst in eine Ruhe zu atmen

. Zeit und Ende – Atem-Bewegung und Atem-Stillstand

Sie nutzte daher den Aufbau-Druck und den dadurch entstehenden Stress (7 Minuten inklusive Sound-Check!) und den Atem danach (herunterfahren mit Atemübungen im Mic/bereits geloopt), Klavier-Rollen (vertonte Kreise), Aufnahmen alter Uhren, welche  unregelmäßig parallel schlagen. Es geschehen geheimnisvolle Parallelen und Schräglagen zur Performance von Barbara Kiener inklusive des unerwarteten Endes.

Barbara Kiener:

Die Künstlerin Barbara Kiener klebt sich mit Betonklebeband je einen Bleibarren von 12,5 Kg und unförmige Steine an die Füsse. Ihre Performance besteht darin mit den zusätzlichen gesamthaft 35 Kg Gewicht umherzugehen und Robert Walser’s Spaziergänge zu interpretieren. Die Versuchung der Flucht durch Gehen ist zentral. Die Zurückhaltung und das erschwerte Gehen durch geistigen Widerstand wird in der Performance dargestellt.

Die Cellistin Claudia Kühne ist Teil der Performance und interpretiert den Spaziergang unabhängig und im Prozess instinktiv.

Fotos: Jürg Lauber

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