Claudia Kühne (geb. 1981) ist eine deutsch-schweizerische Cellistin, Performerin, Komponistin, Regisseurin und Kulturmanagerin, deren Schaffen sich zwischen Konzertsaal, Performance-Kunst und Musiktheater bewegt. Sie wuchs in einer musikalischen Umgebung auf und trat bereits im Jugendalter öffentlich als Solistin und Kammermusikerin auf. Mit 13 Jahren besuchte sie internationale Meisterkurse, mit 16 Jahren folgte ihr erstes Sonaten-Recital.
Ihre professionelle Ausbildung führte sie an renommierte Institutionen: als Jungstudentin an die heutige Universität der Künste Berlin, später ins Vollstudium nach Berlin und an die Zürcher Hochschule der Künste. Dort studierte sie u. a. bei Thomas Grossenbacher, Raphael Wallfisch und Roel Dieltiens und schloss das Konzert- und Lehrdiplom mit Auszeichnung ab.
Kühnes künstlerisches Profil zeichnet sich durch Offenheit und Neugier aus: Neben solistischen Auftritten mit Orchestern in Deutschland und Peru widmete sie sich intensiv der Kammermusik. Gleichzeitig entwickelte sie einen eigenständigen Weg im Bereich Musiktheater, Raumforschung und interdisziplinärer Kunst. 2008 gründete sie das Ensemble RaUmWege, das seitdem Projekte zwischen Musik, Bewegung, Architektur und szenischer Forschung realisiert. Dazu zählen unter anderem die Produktionen Grenzwege (UA 2008) sowie die Kammeroper GRAUMINUS – eine karte des jetzt (UA 2011). Seit 2018 ist RaUmWege in Thun verankert und dort regelmäßig mit neuen Arbeiten präsent.
Kühne verbindet instrumentale Präzision mit performativer Präsenz. Mit Cello, E-Cello, Stimme und Elektronik erschafft sie atmosphärisch dichte Klangräume, die Grenzen zwischen Konzert, Installation und Performance auflösen. Zu ihren jüngeren Projekten zählt Kühne(r) Vogel! – Kodály Recomposed, das 2025 erstmals aufgeführt wurde und eine Neuinterpretation von Kodálys Duo für Violine und Violoncello mit einer eigenen Komposition als Hommage à Kodály vereint.
2026 entwickelt und realisiert sie zwei neue Projekte: Im moderierten Duo-Konzert PHÖNIX tritt sie mit dem Pianisten und Komponisten Edward Rushton auf; die Premiere findet am 30. Oktober 2026 in Konolfingen statt, gefolgt von weiteren Aufführungen unter anderem in Thun und Wetzikon.
Für LOTTO gestaltet sie gemeinsam mit der Autorin Tine Melzer eine musikalische Kammerlesung zu Melzers gleichnamigem Roman; die Premiere ist am 19. November 2026 im PROGR Bern geplant.
Mit Frou Müller entwickelt sie zudem eine Soundperformance zwischen gesprochenem Text, Beatboxing, Cello und Loop: Gemeinsam mit Chrigu Barmettler erschafft sie ein performatives Klang- und Sprachstück, das ihre Arbeit an der Schnittstelle von Musik, Sprache und Bühne fortsetzt. Die nächste Aufführung ist für den 21. Mai 2027 im La Vie in Bern vorgesehen.
Neben ihrer Tätigkeit als Künstlerin ist Claudia Kühne auch als Pädagogin engagiert: Seit 2024 unterrichtet sie an der Musikschule Worblental Kiesental und bietet Privatunterricht in der Region Thun an. Ihr Unterricht verbindet technisches Fundament mit künstlerischer Offenheit — ein Ansatz, der ebenso ihr gesamtes Schaffen prägt.
Sie lebt mit ihrer Familie in Thun und arbeitet selbständig im Atelierhaus Thun. Sie kuratiert zudem – gemeinsam mit Regula Tanner – das Programm der Thuner Kulturnacht und ist Vorstandsmitglied bei KulturThun.
